| 1758 |
| Konflikte zwischen ev. Bürgerschaft und den nobilitierten und graduierten Räten um Ämterbesetzung und Verfassungsfragen (Ratswahl) |
| 1685-1728 |
Enthält v.a.: - Sitzungsberichte des ev. Rates und Ratsbeschlüsse zur Besetzung einer Inneren Ratsstelle und der Spitalschreiberei mit dem Plebejer Sebastian Martin Wieland sowie den Bestrebungen, eine Kommission unter der Leitung Lindaus ins Leben zu rufen, die den Konflikt um die Stellenbesetzungen zwischen den nobilitierten und graduierten Räten sowie der Gemeinde schlichten sollte - gedr. Relation und Beschluss zum Streit zwischen der Gemeinde und den nobilitierten und graduierten Räten, 19. Okt. 1708 - "Gravatorial-Puncte", die die Mitglieder des großen Rates Stadtammann Gaupp übergaben, 1710 - gedr. Dekrete, Reskripte und Verordnungen im Streit der ev. Bürgerschaft mit den nobilitierten und graduierten Räten "Wahl-, Regiments- und Expens-Strittigkeiten betr." aus den Jahren 1707-1728 |
| 13 Schr. (23 Bl.) |
| 161 |
In der Endphase des Patriziatsstreits zerbrach der politische Konsens innerhalb des ev. Bevölkerungsteil und zwar zwischen Nobilität und Graduität einerseits und ev. Bürgerschaft (Plebejer) andererseits. Die Nobilitierten und Graduierten versuchten, sich abzuschließen und die oberen Ratsstellen und sonstigen wichtigen Ämter unter sich zu verteilen. Dadurch war das Wahlrecht der Bürgerschaft erheblich eingeschränkt. Dies führte bereits 1704 zu einem Prozess vor dem Reichshofrat, dem weitere folgten. Dabei wurde den nobilitierten und graduierten Räten Verfassungsbruch vorgeworfen. Zur umstrittenen Wahl Wielands vgl. Riotte, Die paritätische Stadt (wie in Nr. 270), S. 348f. Bitte beachten: Die Nummern 331 bis 335 waren in einem Band zusammengebunden. Da der Band aufgebunden werden musste, wurde er für die Verzeichnung in den entstandenen kleineren Einheiten belassen, da die Benutzung dadurch erleichtert wird. Die Nummern 331 bis 335 müssen aber als Ganzes betrachtet werden. Da die Bindung nicht vollständig beseitigt werden konnte, liegen die Aktenstücke nicht immer chronologisch, dazu das älteste Stück i.d.R. immer oben. Ein vorne eingebundenes, aber unbenutztes Register wurde abgelöst und kassiert.
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| F 8 (Evangelisches Dekanatamt Biberach), Nr. 1758 |
| Wieland, Sebastian Martin, ev. Spitalschreiber |