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| Signatur: | G 802 |
| Name: | Evangelisches Pfarramt Amstetten |
| Laufzeit: | 1600-2019 |
| Beschreibung: | ========== Vorwort ========== Amstetten, ein Ort der frühen Ausbauzeit, ist 1275 erstmals als "Amenestetten" bezeugt und bedeutet "Siedlung des Amano". Am ältesten waren die drei großen Höfe: Hof der Helfensteiner, Kaisheimer Hof und ein Hof, der später Blaubeuren gehörte. Die Flur des Dorfes war in die Esche "gegen das Birkach", "am Breiten Weg" (nach Urspring), "am Mühlweg" oder "gegen Geislingen" aufgeteilt. Amstetten gehörte den Herren von Stubersheim und ihren Nachfolgern den Grafen von Helfenstein. Mit der Verpfändung 1382 und dann mit dem Verkauf der Grafschaft Helfenstein gelangte Amstetten 1396 mit hoher und niedergerichtlicher Obrigkeit, Dorfrechten und Kirchensatz an die Reichsstadt Ulm. Amstetten war bis 1649 auch ein Amt und wurde dann bis zu seiner Aufhebung 1774 dem Amt Türkheim zugeschlagen und dann dem Amt Nellingen eingegliedert. Laut dem erneuerten Salbuch von 1737 war der größte Grundherr am Ort die Reichsstadt Ulm. Amstetten gehörte zur Unteren Herrschaft des Ulmer Territoriums mit Geislingen und gelangte 1803 an Bayern und 1810 an Württemberg und lag dann im Oberamt Geislingen, seit 1938 im Landkreis Ulm. Der nach dem Bahnbau entstandene Ortsteil Amstetten-Bahnhof weist seit dem Zweiten Weltkrieg ein starkes Wachstum aus und ist heute Mittelpunkt der Ge-meinde mit den meisten öffentlichen Einrichtungen. 1275 wird die Kirche zum Heiligen Laurentius erwähnt und Amstetten als Pfarrort genannt. 1353 gehörte Amstetten zum Dekanat Geislingen. Den Kirchensatz verkauften die Grafen von Helfenstein 1396 an die Reichsstadt Ulm, die 1531 die Reformation einführte. Die heutige evangelische Kirche in Amstetten-Dorf wurde 1498/99 und die Friedenskirche in Amstetten-Bahnhof 1966 erbaut. Die Kirchen-gemeinde Amstetten gehört heute zum Kirchenbezirk Geislingen-Göppingen. Auf der Grundlage eines KGR-Beschlusses wurde das Archiv der Kirchengemeinde Amstetten 2024 an das Landeskirchliche Archiv Stuttgart zur Verwahrung und Verwaltung abgegeben. Das älteste Archivale ist ein Kirchenbuch, das 1600 angelegt worden ist. Ein Familienregister wurde 1939 erstellt, das Daten von Familien seit 1577 enthält. Die Aktenüberlieferung war nach dem Registraturplan für Pfarrämter von 1901 und nach dem Einheitsaktenplan von 1967 der Evang. Landeskirche in Württemberg vorgeordnet. Der Bestand wurde im Frühjahr/Sommer 2025 von Sophia Melilli elektronisch erschlossen. Die Abschlussredaktion erfolgt durch Bertram Fink. Das Pfarrarchiv umfasst 281 Bestellnummern und erstreckt sich über fünf laufende Meter. ========== Literatur ========== Amstetten, in: Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg. Der Alb-Donau-Kreis, Band I. B. Gemeindebeschreibungen. Bearbeitet von der Abteilung Landesbeschreibung des Staatsarchivs Ludwigsburg, hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Alb-Donau-Kreis, Sigmaringen 1989, S. 439-478 |
| Umfang: | 281 Verzeichnungseinheiten, 5 lfd. m. |