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    K 45 Hymnus-Chor

    Vollansicht Bestand

    Signatur: K 45
    Name: Hymnus-Chor
    Beschreibung: Einleitung

    Der sozial engagierte Paul von Lechler stieß zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Gründung eines Knabenchors in Stuttgart an. Mit Unterstützung kirchlicher und schulischer Persönlichkeiten der Landeshauptstadt legte er den Grundstein für den Hymnus-Knabenchor, der bis in die Gegenwart vor allem geistliches Liedgut aufführt. Als Dirigent konnte 1900 der Lehrer und Organist Gotthold Kimmerle gewonnen werden.
    Kimmerle rekrutierte seine jungen Sänger aus den Volksschulen in Stuttgart. Anders als die großen Vorbilder in Leipzig, Dresden und Wien war und ist der Hymnus kein Internats-Chor, sondern die Proben und Auftritte erfolgen außerhalb der Schule. 25 Knaben war der Chor zu Beginn stark. Neben Gottesdiensten und Konzerten umrahmte der Chor viele Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen. Solche Auftritte brachten dringend notwendige Einnahmen, um die Chorarbeit zu finanzieren, denn Unterstützung von kirchlichen, staatlichen oder privaten Trägern gab es wenig. Über 350 Auftritten im Jahr wurden in Form von Gottesdiensten und Konzerten geleistet, dazu kam noch eine Vielzahl an Kurrendediensten in Krankenhäusern, Gefängnissen und Lazaretten. Kimmerle erhöhte daher die Zahl der Chormitglieder schnell von 25 auf über 30, um so die Teilung des Chors zu ermöglichen. Die finanziell stets angespannte Lage verschärfte sich während des Ersten Weltkriegs und aufgrund der hohen Inflation in der Nachkriegszeit. 1922 musste der Chor daher aufgelöst werden. Der 1904 ins Vereinsregister eingetragene Hymnus-Verein blieb jedoch bestehen.

    Der Anstoß zur Neugründung kam von Paul Lechler jr., der ebenso wie sein 1925 verstorbener Vater soziale Projekte förderte. Lechler rief 1931 den Verwaltungsrat des Hymnus-Vereins ein und warb für eine Neugründung des Chors. Der Hymnus wurde in der Folge dem Stuttgarter Jugendverein angegliedert, der Verein aufgelöst. Mit dem ausgebildeten Fürsorger Hermann Ertle konnte 1931 ein neuer Chorleiter gewonnen werden. Ertle stellte den Chor mit gut 30 Sängern ähnlich auf wie den Vorgänger-Chor. Gesungen wurde vor allem auf Straßen und Plätzen mit missionarischem Ziel. Die schnell verbesserte gesangliche Qualität brachte dem Chor auch regelmäßige Auftritte beim Rundfunk. Ertle organisierte bereits 1934 eine große Konzertreise durch Württemberg, vom Nordschwarzwald bis zum Bodensee. Durch die zunehmende Gleichschaltung im Dritten Reich erfuhr die Arbeit des Chors allerdings immer stärkere Einschränkungen. Als die Ausübung von Kurrendediensten verboten wurde, gab Ertle kurz vor Kriegsbeginn die Chorleitung ab. Kurz nach Ertles Ausstieg löste sich der Chor auf.

    Es war wiederum Paul Lechler jr, der sich bereits 1946 aufmachte, den Hymnus-Chor neu zu beleben. Gemeinsam mit dem Stuttgarter Stadtpfarrer Hennig gründete er den Chor unter dem Dach der evangelischen Stadtkirchengemeinde Stuttgart neu. Die Gesamtkirchengemeinde ist bis heute Träger des Chors. Außerdem wurde der Chor innerhalb der Kirche noch dem Jungmännerwerk zugeordnet. Mit dem Konzertpianisten Gerhard Wilhelm wurde ein junger Musiker als Leiter gewonnen, der bereits Chorknabe unter Ertle und auch dessen kurzeitiger Nachfolger war. Wilhelm warb in den Stuttgarter Jungscharen um Sänger, kümmerte sich um finanzielle Unterstützung und Probenräume. Trotz der prekären Verhältnisse in der direkten Nachkriegszeit führte Wilhelm bereits 1946 eine Freizeit durch.
    Gerhard Wilhelm erhielt zwar Unterstützung von Lechler sowie der Stadtkirchengemeinde Stuttgart, die Finanzierung der Chorarbeit war jedoch in den Anfangsjahren weitestgehend ihm überlassen. Der Hymnus finanzierte sich zu Beginn überwiegend mit der musikalischen Umrahmung von Weihnachtsfeiern, Geburtstagen und anderen privaten Veranstaltungen. Trotzdem gelang die Etablierung des Chors, auch nachdem 1949 mit dem Gemeindehaus der Hospitalkirche endlich ein fester Proberaum gefunden wurde. Wilhelm erweiterte den Chor um die Männerstimmen, wozu er größtenteils auf die ehemaligen Sänger aus dem Hymnus zurückgriff, die den Stimmbruch hinter sich gebracht hatten. Innerhalb weniger Jahre erreichte der Chor eine große Bekanntheit, wozu auch die früh unternommenen Konzertreisen beitrugen. Nach einer Reise in die Schweiz 1950 ging es bereits zwei Jahre später nach Schweden, was nur der beharrlichen Suche nach Sponsoren durch Gerhard Wilhelm zu verdanken war.
    Das Repertoire des Chors umfasste, wie bereits bei den beiden Vorgängerchören, vor allem geistliche Chormusik, wobei hauptsächlich die Werke Johann Sebastian Bachs im Mittelpunkt standen. Der Chor absolvierte früh ein umfangreiches Jahresprogramm, zu dem neben Konzerten viele Gottesdienste gehörten. Auch Auftritte bei Rundfunk und Fernsehen sowie Plattenaufnahmen kamen hinzu. Gerhard Wilhelm legte Wert auf ein familiäres Miteinander im Chor, wozu die jährlich abgehaltenen Familientage ebenso beitrugen wie die regelmäßigen Freizeiten. Auch hielt Wilhelm früh Kontakt zu ehemaligen Chorknaben, indem er Rundbriefe verfasste.

    1970 erhielt der Chor ein eigenes Heim in der Birkenwaldstraße. Zwischenzeitlich waren Räume im Haus von Alfred Zechnall in der Werastraße genutzt worden. 1964 war der stark gewachsene Chor aufgrund der Lärmbelastung und der beengten Platzverhältnisse interimsweise in eine Barack in der Gänsheide umgezogen. Der Neubau wurde finanziell zwar vom kirchlichen Träger unterstützt und auch das Grundstück zur Verfügung gestellt, jedoch blieb ein großer finanzieller Anteil beim Hymnus-Chor. Gerhard Wilhelm initiierte daher bereits 1964 die Gründung eines Fördervereins, der den Hymnus-Chor bis heute finanziell unterstützt.

    Mit dem Eintritt in den Ruhestand gab Gerhard Wilhelm 1987 die Leitung des Chors auf, dessen Aufbau und Ausrichtung er über 40 Jahre sehr erfolgreich geprägte hatte. Der Übergang auf seinen Nachfolger Eckhard Weyand brachte einige Veränderungen. So wurde ein Geschäftsführer eingestellt, damit sich der Dirigent auf die musikalische Arbeit konzentrieren konnte. Weyand pflegte außerdem einen anderen pädagogischen Stil als Wilhelm, den vor allem die Mitglieder des Männerchors als zu locker empfanden. Trotz Vermittlungsversuchen durch Vertreter der Kirchengemeinde konnte der Konflikt nicht beigelegt werden. Ein Großteil des Männerchors trat 1989 aus und gründete den Knabenchor Collegium iuvenum Stuttgart, in den auch ein Teil der Chorknaben wechselte. Der Konflikt führte 1991 auch zur Trennung von Eckhard Weyand und der Bestellung von Hanns-Friedrich Kunz als Nachfolger.

    Kunz fand einen stark reduzierten Chor vor, der außerdem in Befürworter und Gegner Eckhard Weyands gespalten war. Ihm gelang die Neuaufstellung des Chors, der zu seinem 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2000 zu ähnlicher Größe und Qualität wie zur Zeit Gerhard Wilhelms gelangt war. 2010 gelang der reibungslose Übergang von Hanns-Friedrich Kunz auf Rainer Johannes Homburg. Die Nachfolger Wilhelms blieben der musikalischen Tradition des Chors treu. Das Repertoire umfasst noch immer hauptsächlich geistliche Werke, wobei Motetten von Bach und Schütz einen großen Platz einnehmen. Mit dem Weihnachtsoratorium von Bach am 26. Dezember jeden Jahres in der Liederhalle in Stuttgart, aufgeführt mit Orchester, Solistinnen und Solisten und dem gesamten Hymnus-Chor, wird das Jahr traditionell beendet. Auch Freizeiten und Konzertreisen sind noch immer zentraler Bestandteil des Jahresprogramms. Der Hymnus-Chor behauptet bis heute seine Stellung als professioneller Knabenchor.

    Der Bestand

    Der Aktenbestand des Hymnus-Chors wurde 2020 zur Verwahrung und Verwaltung an das Landeskirchliche Archiv Stuttgart abgegeben. Er umfasst den Zeitraum von 1900 bis 2011 und hatte bei Einholung einen Umfang von circa 24 lfd. Metern. Eine einheitliche Ordnung war nicht vorhanden, da von den wechselnden Verantwortlichen beim Hymnus-Chor unterschiedlich sortiert wurde. Zum Bestand hinzu kommt der ursprünglich separate Bestand des seit 1964 bestehenden Förderkreises. Eine Vielzahl an Akten war lose in Kartons gesammelt, vermutlich, da im Zuge verschiedener Festschriften immer wieder das Aktenmaterial begutachtet wurde und wichtig erscheinendes herausgenommen und kopiert wurde, jedoch nicht immer den Weg zurück gefunden zu haben scheint. Der Bestand wurde daher teilweise neu geordnet. Die Jahresberichte wurden zusammengefasst und separat verzeichnet sowie die losen Blattsammlungen thematisch gefasst. Soweit vorhanden wurden bestehende und beschriftete Einheiten und deren Aktentitel übernommen.

    Zur besseren Unterscheidung wurde die Bezeichnung Hymnus I für den Chor von 1900 bis 1922 unter der Leitung von Gotthold Kimmerle, Hymnus II von 1932 bis ca. 1940 unter der Leitung von Hermann Ertle, und Hymnus-Chor ab 1946 gewählt. Zu den Hymnus I- und Hymnus II -Chören ist nur wenig Schriftgut erhalten. Der Bestand des Hymnus-Chors gliedert sich vor allem in Schriftverkehr zur Organisation der Gottesdienste, Konzerte und Konzertreisen sowie der Kommunikation mit Sponsoren, wozu hauptsächlich städtische und kirchliche Träger sowie der Förderkreis gehören.

    Einen chronologisch weitestgehend geschlossenen Überblick über die Chorarbeit des Hymnus-Chors bilden die Jahresberichte, die Merkblätter sowie die sogenannten Hymnus-Nachrichten an Förderer und ehemalige Chormitglieder. Des Weiteren umfasst der Bestand eine umfangreiche Sammlung an Presseartikeln zum Chor sowie vier private Nachlässe von unterschiedlichem Umfang.

    Vom übernommenen Bestand wurden aus fünf Ordner (ca. 0,4 lfd. Meter), die Vorbereitungen zu den Haushaltsplänen (ca. 1990-2010) enthielten, lediglich die Rechnungsabschlüsse archiviert. Auch bei den Rechnungsbelegen (ca. 4,1 lfd. Meter) wurden lediglich die Gehaltslisten der Chormitarbeiter verzeichnet.
    Der Schriftverkehr umfasst nach der Verzeichnung ca. 12 lfd. Meter. Aus konservatorischen Gründen werden Fotos im Bildarchiv und großformatige Plakate in der Plakatesammlung des Landeskirchlichen Archivs aufbewahrt und führen deshalb eine entsprechende Standortsignatur.
    54 Plakate wurden aus dem Bestand genommen, ebenso ein umfangreicher Fotobestand von gut 1,0 lfd. Metern, knapp 250 Verzeichnungseinheiten umfassend, sowie 12 Boxen mit Dias. Außerdem sind 15 Tonbänder aus dem Zeitraum 1955-1976 sowie 22 Filmrollen von 1958-1974 vorhanden. Die Tonbänder wurden digitalisiert.
    In den Beständen vorgefundene Veröffentlichungen wurden herausgenommen und an die Landeskirchliche Zentralbibliothek in Stuttgart übergeben. Broschüren oder Informationsmaterial mit Bezug zur Akte wurde in der Verzeichnungseinheit belassen.

    Einige Verzeichnungseinheiten sind mit Sperrvermerken versehen, in der Regel aufgrund der allgemeinen Sperrfrist von Archivgut von 30 Jahren. Nur wenige personenbezogene Akten sind vorhanden, die einer Sperrfrist von 120 Jahren bedurften.

    Der Bestand wurde im Oktober und November 2021 von Steffen Kaiser erschlossen.

    Umfang: 585 Verzeichnungseinheiten, 14 lfd. m.
    K 46 Evangelischer Gemeindedienst für Württemberg, Abteilung Freizeit und Erholung
    K 47 CVJM Heilbronn
    K 48 Pro Ökumene - Initiative in Württemberg / Ökumenisches Netz Württemberg
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