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    G 31 Evangelisches Pfarramt Donnstetten

    Vollansicht Bestand

    Signatur: G 31
    Name: Evangelisches Pfarramt Donnstetten
    Laufzeit: 1610-1993
    Beschreibung: ===== Ortsgeschichte =====

    Donnstetten auf der Schwäbischen Alb liegt in etwa 800 m Höhe in dem noch erkennbaren Kraterkessel eines ehemaligen Vulkans auf der sogenannten „Kuppenalb zwischen Urach und Laichingen. Der Ort ist schon für das Jahr 776 durch eine Stiftungsurkunde für das Kloster Lorsch namentlich belegt („Tunnestate). In römischer Zeit führte hier der Alblimes vorbei, das Kastell „Clarenna der Peutinger'schen Tafel stellt vermutlich das bei Donnstetten nachgewiesene römische Kastell dar. Wohl aufgrund der Fruchtbarkeit der vulkanischen Verwitterungserde und der vorhandenen Wasserstellen wurde dieser Platz trotz der exponierten Höhenlage seit der Alamannenzeit auf Dauer besiedelt. Hundert Jahre später als Lorsch erscheint auch das nicht weit von Donnstetten entfernte Kloster Wiesensteig hier als Stiftungsempfänger.
    Donnstetten wurde wahrscheinlich bereits im 14. Jahrhundert württembergisch, als die Herren von Hundersingen und die Grafen von Grafeneck ihre dortigen Herrschaftsrechte veräußerten. Erst zu Anfang des 17. Jahrhunderts wurden die letzten in der Hand des Kleinadels (Philipp von Remchingen) befindlichen Anteile des Ortes von Württemberg erworben. Donnstetten gehörte zum württembergischen Amt (später Oberamt) Urach. Bei der neuen Kreiseinteilung Württembergs 1938 wurde es dem Kreis Münsingen zugeschlagen. Seit der Kreisreform vom 01.01.1975 bilden Donnstetten, Zainingen und die Hauptgemeinde Böhringen die neue politische Gemeinde Römerstein (benannt nach dem Aussichtspunkt und Turm auf dem höchsten Punkt des Gemeindegebiets).
    Im 18. und 19. Jahrhundert war Donnstetten eine sehr arme und übervölkerte Gemeinde. Es erhielt deshalb schon in der Anfangszeit der Regierung König Wilhelms I. von Württemberg eine Stiftung des württembergischen Königshauses. Auch eine Industrieschule wurde schon relativ früh in Donnstetten eingeführt, über welche im Archiv detaillierte Informationen vorhanden sind. Bereits im vorigen Jahrhundert stieg die Bevölkerungszahl auf über 900 Seelen an, 1939 betrug die Einwohnerzahl nur noch 773. Heute (1993) ist sie im Ortsteil Donnstetten wieder bei 964 angelangt, wovon 872 der evangelischen Kirche angehören.


    ===== Ortskirchengeschichte =====

    Eine selbständige Pfarrei wurde Donnstetten im Jahr 1447. Vorher war der Ort kirchliches Filial von Zainingen. Der Kirchenheilige (St. Georg) kann als Hinweis gedeutet werden, daß die erste Kapelle eine Stiftung des einheimischen Ortsadels gewesen ist. Nach Einführung der Reformation 1534 soll Donnstetten - nach Angabe Christian Sigels - kirchlich wieder zum Filial abgestuft worden sein (von Böhringen) und erst um 1551 wieder eine eigene Pfarrei bekommen haben. Auch die Katastrophe der Schlacht bei Nördlingen 1634 führte, vermutlich wegen der Bevölkerungsverluste und der Beschädigung der Kirche, wieder zu einem Filialstatus, der erst 25 Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges beendet wurde, indem Donnstetten mit dem Magister Johann Ludwig Schaubecker 1673 wieder einen eigenen Pfarrer erhielt. Zur Donnstetter Kirche und Pfarrei hat selbst nie ein Filialort gehört.
    Das Kirchengebäude in Donnstetten mit dem kräftigen Turm im Westen stammt vermutlich aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts. 1828 wurde das Schiff erweitert. Aber bereits drei Jahrzehnte später erschien es wieder als zu klein. Von 1860 bis 1920 gab es nacheinander drei Versuche zu einem Neubau oder eingreifenden Umbau der Kirche. Keines der drei Projekte (Oberbaurat Leins, Werkmeister Anton Mall, Professor Felix Schuster) wurde verwirklicht, das alte Kirchlein blieb bis heute bestehen. Die Neubauprojekte haben aber dafür zu zahlreichen interessanten Ansichten und Zeichnungen der Kirche geführt, die heute selbst wieder zu historischen Dokumenten geworden sind (siehe Bestandsnummer A 128, A 129 und A 130 in diesem Inventar).
    Die ehemalige Pfarrscheuer im Winkel zwischen Kirche und Pfarrhaus wurde vor einigen Jahren völlig renoviert und dient heute als gutbestücktes Heimatmuseum, das von einem Verein ehrenamtlich unterhalten und betreut wird. Über diese ehemalige Pfarrscheuer wie auch über die Orgel von Donnstetten wurden in neuerer Zeit Druckschriften herausgegeben. Zur 1200-Jahrfeier 1976 verfaßte Rektor Mall ein Heimatbuch. Geschichtlich wertvolles Material (darunter eine volkskundliche Fotografiensammlung von Donnstetten) hat Pfarrer Ernst Dreher (in Donnstetten 1898-1907) hinterlassen.


    ===== Archivbefund =====

    Beim Archivbesuch am 21.04.1989 durch den damals zuständigen Archivpfleger Helmut Gabriel war eine höchst ungeeignete Lagerungs- und Aufbewahrungsweise des wertvollen historischen Quellenguts festgestellt worden. Beim erstmaligen Besuch des Unterzeichneten in Donnstetten am 20.02.1992 wurden zwar die Kirchenregister und Protokolle ordnungsmäßig in einem Wandschrank im Registraturzimmer (im mittleren Teil des östlichen Erdgeschosses) vorgefunden. Die übrigen Bände sowie die ungebundenen Akten und Rechnungen und ebenso die Bände der älteren Pfarramtsbibliothek (16. bis 19. Jahrhundert) und die Zeitschriften befanden sich jedoch noch immer an völlig ungeeignetem Ort, nämlich auf der Pfarrhausbühne im dritten Stock in alten, unzureichenden Kästen und Regalen, dazuhin direkt an der Innenseite der westlichen Giebelwand. Diese Wand bot keinen Schutz vor eindringender Feuchtigkeit, umso mehr als der Ort durch seine Höhenlage dem Wetter besonders stark ausgesetzt ist. Die Archivalien waren dementsprechend mehr oder weniger stark verschmutzt und teils vom Schimmelpilz befallen, auch Mäusefraß und Insektenschäden waren feststellbar, so daß vor und während der Ordnung auch Reinigungsarbeiten vorzunehmen waren. Eine Reihe von Archivalien wurde 1922/1993 gegen den Schimmelpilz begast, eine stattliche Zahl von Bänden muß aber wegen starker Beschädigungen künftig noch restauriert werden.


    ===== Bestandsbearbeitung =====

    Das Archiv des Evangelischen Pfarramts Donnstetten wurde in der Zeit von Ende Februar 1992 bis Ende Juli 1993 an etwa 40 Arbeitstagen vom Unterzeichneten geordnet, verzeichnet, signiert und aufgestellt. Die Ordnung und Verzeichnung des Archivguts fand gerade in einer Zeit der Pfarramtsvakanz statt. Nötige Absprachen wurden deshalb mit Frau Hilde Buck, der Laienvorsitzenden des Kirchengemeinderats Donnstetten, und mit Herrn Vikar Kaschler getroffen. Der Kirchengemeinderat hat sich gegenüber den Archivierungsmaßnahmen aufgeschlossen erwiesen, insbesondere habe ich Frau Buck für ihre rege Anteilnahme, ihr stets bereitwilliges und freundliches Entgegenkommen und die Förderung aller notwendigen Maßnahmen zu danken. Im Übrigen war der Umstand der Vakanz von den räumlichen und technischen Bedingungen her gesehen für die Archivierungsarbeiten eine geschickte Gelegenheit, da dadurch reichlich Platz für die notwendigen ausgedehnten Ordnungsarbeiten am Archivgut zur Verfügung stand. In dem zur Aufnahme des Archivguts vorgesehenen Registraturraum befand sich bisher ein neuer deckenhoher Einbauschrank auf der linken Seite. Er diente bisher (und auch weiterhin) zur Aufnahme der Kirchenbücher, der Registratur, von Büromaterial und Materialien und Zeitschriften des Pfarramts. Vor Beginn der Archivierung wurde zusätzlich die rechte Seite des Raumes mit einem Holzregalsystem versehen, das den gesamten Akten- und Rechnungsbestand des Archivs, sowie einen Teil der Altregistratur, der geschichtlichen Sammlungen und der Bibliothek aufnehmen sollte.
    Das Archivgut wurde hierauf unter Mithilfe von Frau Buck von der Bühne in die leeren Räume des Erdgeschosses im Pfarrhaus verbracht. Auch die alte Pfarrbibliothek und sonstigen Druckschriften wurden von der Bühne heruntergeholt. Am 26.02.1992 konnte der Bearbeiter mit der Vorordnung des umfangreichen und fast völlig durcheinandergeratenen alten Schriftgutes beginnen. Die Akten wurden nach dem Registraturplan für Pfarrämter vom Jahr 1901 vorgeordnet und hierauf in einem zweiten Durchgang differenzierter in Einzelnummern geordnet und verzeichnet. Da ein erheblicher Anteil des Aktenguts aus der Zeit vor 1901 stammt, wurde bei den Akten (= Bestandsgruppe A) eine ältere Abteilung (Akten im Allgemeinen vor 1901) gebildet. Die ältere Abteilung wurde jedoch dem Gliederungsschema der Registraturordnung von 1901 angepaßt, da sie kein eigenes Ordnungssystem erkennen ließ. Die jüngere Abteilung der Akten wurde des großen Nummernumfangs wegen durch Zwischentitel untergliedert. Ausgeschieden wurden nur sehr geringfügige Mengen (hauptsächlich Prospekte, Formblätter, Duplikate von Rundschreiben etc.).
    Bei Rechnungen (= Bestandsgruppe R) waren Archivalien bis zu einem Alter von über 300 Jahren feststellbar. Allerdings waren gerade hier auch große Verluste und Schäden festzustellen. Weil zu vielen geschichtlichen Sachfragen die Rechnungsbeilagen wichtige Quellen, oft sogar die einzigen, darstellen, wurden die einzelnen Bestandteile der Heiligen- bzw. Kirchenpflegrechnungen detailliert aufgenommen und ebenso die fehlenden Nummern angegeben. Das scheint nicht nur für künftige Quellenforschungen hilfreich zu sein, es erwies sich auch als praktisch bei der Feststellung des Mangelbestandes und beim Archivalienaustausch mit der bürgerlichen Gemeinde Donnstetten (siehe unten). Durch die detaillierte Auflistung der Beilagennummern ist auch eine jederzeitige Kontrolle möglich. Diese Überlegungen ließen den zeitlichen Mehraufwand als gerechtfertigt erscheinen. Die Rechnungsbeilagen 1967 bis 1980 wurden bis auf wenige Ausnahmen (Kirchensteuerlisten) kassiert.
    Bei den Bänden (= Bestandsgruppe B), die auf der Bühne gelegen hatten, waren z. T. noch größere Schäden und Verderbnisse entstanden. Die ortsgeschichtlich unersetzlich wichtigen Kirchenkonventsprotokolle, die nach einer Pfarramtsmeldung von 1951 als verloren galten (siehe A 113) konnten erfreulicherweise wieder aufgefunden werden. Es sind 6 Bände aus der Zeit von 1737 bis 1801. Aber gerade sie sind äußerst schwer beschädigt.
    Die Akten und Rechnungen wurden in genormte Archivschatullen aus säurefreiem Karton eingestellt, die auf ihrem Rücken die Signaturen der in ihnen befindlichen Archivalien tragen. Auch die Bände sind auf ihrem Rücken signiert. Außerdem sind alle Archivalieneinheiten gestempelt.


    ===== Umfang und Gliederung des Bestandes =====

    Das Archiv des Evangelischen Pfarramts Donnstetten umfaßt beinahe 13 Regalmeter. Es wurde bei der Ordnung und Verzeichnung nach äußeren Formmerkmalen in drei Bestandsgruppen eingeteilt: Bände, Akten und Rechnungen. Der gesamte Archivbestand ist in 554 Titeln oder Bestandsnummern erfaßt und verzeichnet:

    Bände 1 m 1 - B 96
    Akten 5 m 1 - A 213
    Rechnungen 3 m 1 - R 245
    Gesamtbestand 9 m Bestandsnummern

    Die Archivalien der Bestandsgruppen Akten und Akten sind, wie bereits erwähnt, in Archivschatullen eingelegt und dadurch gegen schädliche Einwirkungen von Licht sowie gegen Stoß- und Reibungsschäden gut geschützt. Sie sind nun auf diese Weise auch leicht feststellbar und zu kontrollieren, auch wenn künftig ein Archivumzug stattfinden würde, ist einer Verwirrung vorgebeugt.


    ===== Archivbereinigung mit dem Archiv der bürgerlichen Gemeinde Donnstetten =====

    Bei der Ordnung des Archivguts wurde eine Reihe von Archivalien festgestellt, die zweifelsfrei eine Provenienz aus dem Archiv der ehemals selbständigen bürgerlichen Gemeinde Donnstetten erkennen ließen. Herr Ortsvorsteher Munderich von Donnstetten, den ich gelegentlich daraufhin ansprach, brachte im Gegenzug zwei alte Bände der Heiligenpflege Donnstetten, die bis dahin im Rathaus gelegen hatten, in das Pfarrhaus zurück. Dies machte die Annahme wahrscheinlich, daß das bürgerliche und das kirchliche Archiv in Donnstetten mit gegenseitigen Archivalien vermischt seien und ließ eine Überprüfung und Durchsicht des noch ungeordneten und unverzeichneten Ortsarchivs für wünschenswert erscheinen. Frau Dr. Betz-Wischnath vom Kreisarchiv Reutlingen als zuständige Archivarin sowie Herr Ortsvorsteher Munderich waren dieser Überprüfungsmaßnahme gegenüber aufgeschlossen. So wurde am 12.11.1992 von Frau Dr. Betz-Wischnath und dem Unterzeichneten das bürgerliche Archiv durchgesehen und die dabei festgestellten Archivalien pfarramtlicher Provenienz dem Pfarrarchiv Donnstetten übergeben.
    Folgende Archivalien gingen aus dem Besitz des bürgerlichen Ortsarchivs in das Evangelische Pfarrarchiv über:

    1. Heiligenrechnung 1737/38 = R 8
    2. Heiligenrechnung mit Beilagen 1760/61 = R 43 + R 44
    3. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1830/32 = R 139 + R 140
    4. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1838/40 = R 147 + R 148
    5. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1840/42 = R 149 + R 150
    6. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1842/44 = R 151 + R 152
    7. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1844/46 = R 153 + R 154
    8. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1846/48 = R 155 + R 156
    9. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1848/50 = R 157 + R 158
    10. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1852/54 = R 161 + R 162
    11. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1854/56 = R 163 + R 164
    12. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1856/58 = R 165 + R 166
    13. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1858/60 = R 167 + R 168
    14. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1860/62 = R 169 + R 170
    15. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1862/64 = R 171 + R 172
    16. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1864/66 = R 173 + R 174
    17. Beilagen Nr. 1 - 92 zur Stiftungspflegrechnung 1866/68 = R 176
    18. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1868/70 = R 177 + R 178
    19. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1870/72 = R 179 + R 180
    20. Beilagen Nr. 1 - 102 zur Stiftungspflegrechnung 1872/74 = R 182
    21. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1874/75 = R 183 + R 184
    22. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1875/77 = R 185 + R 186
    23. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1877/79 = R 187 + R 188
    24. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1879/81 = R 189 + R 190
    25. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1881/83 = R 191 + R 192
    26. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1883/85 = R 193 + R 194
    27. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1885/87 = R 195 + R 196
    28. Stiftungspflegrechnung mit Beilagen 1887/89 = R 197 + R 198
    29. Rezess- und Notabilienbuch über die abgehörten Heiligenrechnungen 1793 ff. = R 242
    30. Defekt-Protokoll über die Heiligenrechnungen 1812 ff. = R 244

    Dagegen wurden dem bürgerlichen Ortsarchiv Donnstetten die folgenden Archivalien, die sich bisher unter den Beständen des Pfarrarchivs befunden hatten, übereignet:

    1. ein Band „Hof- und Lehengüter in Donnstetten 1722
    2. ein Band „Oberamts-Ruggerichts-Protokoll angefangen 1785
    3. ein Bund „"Unterpfands-Zettel 1780 - 1800 / 1800-1823
    4. ein Band „Steuerempfangs- und Abrechnungsbuch 1803/04
    5. ein Band „Steuerempfangs- und Abrechnungsbuch 1804/05
    6. ein Band „Inventuren und Teilungen 1690-1722 (62 Blatt fehlen, erhalten ab 1699!)
    7. ein Bund Waisenpflegrechnungen 1804-1833
    8. ein Bund Waisenpflegrechnungen (27 Nummern), 19. Jh.
    9. ein Bund Waisenpflegrechnungen, 19. Jh.
    10. Pflegrechnung Christian Ruß
    11. ein Band „Abrechnung über die Verwaltung des Vermögens des Christian Ricot (?)
    12. „Ortschronik (unbeschrieben!)

    Die jeweils ausgetauschten Archivalien sollten durch diese Maßnahme wieder an ihren ursprünglichen Entstehungsort und in ihren aktenmäßigen Zusammenhang zurückgeführt werden. Über diese Archivbereinigung wurde von den beiden zuständigen Archivaren eine Beurkundung mit Datum 17.11.1992 gefertigt.


    ===== Besonderheiten des Pfarrarchivs Donnstetten =====

    Das Archiv des Evangelischen Pfarramts Donnstetten ist mit fast 13 Regalmeter Umfang nicht nur mengenmäßig, sondern auch qualitativ reichhaltig. Besonders für das 18. und 19. Jahrhundert ist eine relativ gute Quellenlage auszumachen. In das 17. Jahrhundert reichen allerdings nur sehr wenige Stücke zurück.
    Eine relativ gute, wenn auch nicht geschlossene Überlieferung bieten die Schulakten. Auch das Sozial- und Armenwesen, insbesondere die Geschichte der Industrieschule, hat einen bemerkenswerten Aktennachlaß ergeben. Für die wirtschaftlichen Verhältnisse Donnstettens im 19. Jahrhundert sind sogar die hier überdurchschnittlich zahlreich vorhandenen Soldatenbriefe aus der Zeit des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 aufschlussreich (A 49).
    Vielfältige Ereignisse aus den vergangenen Zeiten haben in den Beilagen zu den Heiligen- bzw. Kirchenpflegrechnungen ihren meist knappen, aber doch oft einzigen schriftlichen Niederschlag gefunden. Es wurde bereits oben ausgeführt, daß die Rechnungsbeilagen deshalb genau geprüft, geordnet (numerisch innerhalb eines Jahrgangs) und verzeichnet wurden, obwohl sie vielerorts noch nicht genügend als historische Quellen gewürdigt werden und sogar immer noch bei Archivierungsmaßnahmen alte Rechnungsbeilagen ausgeschieden werden.
    So ergaben sich z. B. aus einzelnen Rechnungsbeilagen Hinweise auf das noch ungeklärte Alter der Bilder an der Donnstetter Kirchenempore, andere Beilagen geben Informationen zur neuen Schulscheuer von 1754/55, zum Schulhausbau (Beilage 2 zur Heiligenrechnung 1764/65, jetzt: R 52) und zu den vielerlei Tätigkeiten der Kirchen- und Schuldiener. Die Beilage Nr. 28 zur Heiligenrechnung 1844/46 enthält ein rotes Lacksiegel des Schultheißenamts Donnstetten von 1845 (R 154). Beilage 17 in R 164 dokumentiert die Stiftung der Pfarrfamilie Schick anläßlich des Todes der am 21.02.1856 verstorbenen Tochter Sophie für die Ärmsten der Gemeinde (voran „das Gaiskätterle). Während z. B. in den Akten des Bestands A erst ab 1911 Belege zu den Glocken vorhanden sind (A 132), finden sich bei den Rechnungsbeilagen schon zum Jahr 1777/78 Quellenbelege (R 72, Beilage 15). Die Beilage 5 zu R 78 enthält eine ausführliche Beschreibung der Orgel-Blasebalg-Reparatur im Jahr 1780/81. In einzelnen Beilagen der Rechnungsjahrgänge 1830/32 bis 1842/44 finden sich sozialgeschichtlich und wirtschaftsgeschichtlich interessante Belege für den Münzhandel der evangelischen Kirchenpflege Donnstetten mit dem Juden Hayum Bernheimer von Jebenhausen - nicht verwertbare Kleinmünzen aus der damaligen Münzvielfalt, die sich in den Opferstöcken fanden, wurden gegen billiges Entgelt an den Juden umgetauscht. Auf Rechnungsbeilagen finden sich auch lange Zeit alljährlich die Empfängerlisten des „Neujahrsbrots, des „Rücke Brods und andere Stiftungen. Ausgefallenere Vorgangsbelege gibt es für die Kurbehandlung gegen Kreuzotternbiß, den Farbanstrich einer Sonnenuhr von 1830, die Reparatur der Klarinette des Pfarrers um 1804 oder die Erwähnung eines Gesangvereins bereits 1828. Dies sind nur einige Beispiele von ungezählten anderen. Allein aus den 20 Jahren 1822-1842 sind ungefähr 1000 Rechnungsbeilagen erhalten. Diese Tatsache mag einen Eindruck von dem Daten- und Informationsreichtum dieser Archivaliengruppe geben. Es ist nur bedauerlich, daß zahlreiche Rechnungsjahrgänge nicht mehr vorhanden sind.
    Die bei der Archivbereinigung mit dem Ortsarchiv Donnstetten im Rathaus festgestellten noch umfangreicheren Bestände lassen aber hoffen, daß einige Überlieferungslücken in der Geschichte Donnstettens künftig geschlossen werden können, sobald auch das bürgerliche Ortsarchiv geordnet und verzeichnet sein wird. In Anbetracht der Existenz dieser zwei gehaltvollen Archive, in Anbetracht der Existenz des Heimatmuseums mit seinem sehr schönen Inventar aus einem Zeitraum von rund zweitausend Jahren und in Anbetracht der Tatsache, daß schon mehrere geschichtliche Arbeiten über Donnstetten und über Donnstetter Einzelobjekte veröffentlicht worden sind, darf man mit Recht sagen, daß dieses Albdorf, das einst sehr entlegen und sehr arm war, heute auf einen überdurchschnittlich guten Bestand an historischen Quellen, Dokumenten und Sachzeugnissen sowie einer regen Geschichtspflege verweisen kann. Die in diesem Jahr abgeschlossene Ordnung und Unterbringung des Pfarrarchivs Donnstetten und seine Erschließung durch ein Inventar bedeutet die wichtige Sicherungsmaßnahme und Bereitstellung eines wertvollen und aussagekräftigen dörflichen Geschichtsquellenbestands für die Zukunft.

    Ulm, den 6. Oktober 1993
    Dr. Karl Kempf, Sprengelarchivar


    ===== Ergänzung 1998 =====

    Auf Beschluss des Kirchengemeinderats Donnstetten wurde das Pfarrarchiv 1998 an das Landeskirchliche Sprengelarchiv Ulm abgegeben. Dort wird es künftig zentral verwaltet [heute im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart]. Von der Abgabe ausgenommen sind folgende Inventarnummern: B 1 bis B 32 (Kirchenbücher) sowie B 50 und B 51 (Kirchengemeinderatsprotokolle ab 1964). Diese Archivalien werden weiterhin im Pfarramt Donnstetten aufbewahrt.

    Ulm, im April 1998
    Dorothea Reuter, Sprengelarchivarin
    Umfang: ca. 13 lfd. m
    G 553 Evangelisches Pfarramt Dornhan
    G 761 Evangelisches Pfarramt Dornstetten [Standort: Pfarramt]
    G 32 Evangelisches Pfarramt Dottingen-Steingebronn
    G 125 Evangelisches Pfarramt Dünsbach
    G 155 Evangelisches Pfarramt Dürrenzimmern
    G 417 Evangelisches Pfarramt Dürrmenz (Mühlacker 2. Pfarramt) [Standort: Pfarramt]
    G 569 Evangelisches Pfarramt Dußlingen [Standort: Pfarramt]
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