===== Bestandsgeschichte und Bestandsbeschreibung =====
Bei der Ausstellung zur "Evangelischen Woche 1986" im Rathaus Reichenbach wurden wertvolle und interessante Schriften und Bücher aus dem Pfarramtsarchiv zur Schau gestellt. Pfarrer Dr. Eberlein bat Oberlehrer a. D. Hellmuth Damm aus Reichenbach, eine entsprechende Auswahl aus den Archivalien zu treffen. Dazu wurden Kirchenregister, Protokoll-, Verkündigungs-, Reskripten-, Kirchenzins- und Steuerbücher und andere Druckwerke von Hellmuth Damm, Fritz Maisch und Hans Hirt auf Ausstellungsmöglichkeiten durchgesehen und zum Teil in heute leserliche, lateinische Schrift übertragen (Inv.-Nr. 54.9). Die Kenntnisse und der Umgang mit Archivalien von Hellmuth Damm bewogen Pfarrer Dr. Eberlein, ihn um Ordnung und Inventarisierung des Pfarramtsarchivs zu bitten, was er 1986 zusagte. Hellmuth Damm wünschte dazu das Einverständnis des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart, was am 17.12.1986 ausgesprochen wurde. Ferner die Einführung in die Ordnungsprinzipien eines Pfarramtsarchives und entsprechende Unterbringungsmöglichkeiten. Bei drei Besuchen im Landeskirchlichen Archiv und vier Gegenbesuchen in Reichenbach von Archivar Erich Heim wurden alle Fragen geklärt. Vom Pfarramt wurden drei Stahlschränke und ein großer, doppelseitiger Aktenschrank nach Zustimmung des Kirchengemeinderats angeschafft. Ein älterer zweiteiliger Aktenschrank wurde als "Altablage" auf der Kirchenbühne eingerichtet. Für die Stahlschränke im Pfarrhausflur wurden zwei Bücherbänke und ein Untersatz mit zwei Schüben für Bildmaterial usw. angefertigt. Am 24.11.1986 begann Hellmuth Damm mit der Bestandsaufnahme sämtlicher Druckwerke, Bücher, Akten, Handschriften usw. Dabei wurde der Zustand der Archivalien festgestellt und defekte in einer Restaurierungsliste aufgezeichnet. Bei einem Besuch von Archivar Erich Heim vam 15.11.1988 wurden vier Stufen zur Restaurierung vorgesehen, wovon Stufe I vom Oberkirchenrat vorgenommen wurde; Stufe II wurde für spätere Restaurierung zurückgestellt und die "corpora" in Seidenpapier gehüllt und in eine selbstgefertigte Kartonhülle eingelegt; Stufe II wurde von Frau Hildegart Büttner in Remagen und Stufe IV von Frau Christiane Troebst in Boll restauriert. Nach der endgültigen Aufstellung und Ordnung wurde das neue Inventarverzeichnis 1990 geschrieben, mit Angaben von Titel (z. T. in Originalschreibung!), Verfasser, Jahreszahl(en) und Unterbringungsstelle. Alle Archivalien erhielten die Inventarnummer außen und innen und wurden gestempelt. Eine Anzahl fehlerhafter Notizen, Jahreszahlen usw. aus den älteren Inventarverzeichnissen wurden richtiggestellt. (u.a. wurden zwei Deckelbünde vorgefunden, deren Inhalt beachtliche Aussagekraft gehabt hätten: Deckelbund 18/1959 "Anweisung für den Messner von 1668" und Deckelbund 63/1959 "Pläne und Abbildung für den Kirchenneubau 1905", beide waren leer!) Die ungebundenen Akten wurden nach dem "Aktenplan C der evangelischen Kirche in Württemberg von 1967" in "Archiv-Kartons" in der Altablage auf der Kirchenbühne untergebracht. Die laufende Registratur steht im Aktenschrank C im Pfarrhausflur; sie wurde nicht einzeln aufgelistet. Mit Ausnahme der Registerbände befinden sich also die Archivalien 1. in "Schatullen" für ungebundene Akten; (System Regis); 2. in "Archivkartons (französischer Herkunft) für ältere ungebundene Akten 3. in "Deckelbünden" für Rechnungsunterlagen ab 1892; 4. in "Kartonhüllen" restaurierungsbedürftige Archivalien.
Abgeschlossen am 28. November 1990
Hellmuth Damm
===== Ergänzung =====
Das Archiv wurde 2014 ins Landeskirchliche Archiv eingeholt. |