Der Bestand befindet sich auf dem Pfarramt Neuhausen an der Erms.
===== Bestandsbeschreibung =====
Das Archiv des Evangangelischen Pfarramts Neuhausen-Glems wurde in der Zeit von Januar bis Oktober 1992 an insgesamt 19 Arbeitstagen geordnet, verzeichnet, signiert und neu aufgestellt. Da verhältnismäßig wenig aus der Zeit vor 1900 stammt, wurde keine eigene ältere Abteilung gebildet. Der archivalische Bestand wurde bei der Archivierung in drei Bestandsgruppen aufgegliedert:
Bände B 1-B 128, B 134 5,2 m Akten A 1-A 148 2,0 m Rechnungen R 1-R 56 3,6 m
Gesamtbestand: 338 Verzeichnungseinheiten 10,8 Regalmeter
Der Gesamtbestand des Archivs umfasst 10,8 Regalmeter. Die Archivalien sind in 338 Titeln erfasst und mit Bestandsnummern äußerlich gut erkennbar versehen worden. Sämtliche Akten und ein großer Teil der Rechnungen sind in Archivboxen (Schatullen) eingelegt und somit vor schädlichen Lichteinwirkungen oder Stoßgefährdungen geschützt. Die Bände sind in einem feuerhemmenden Metallschrank im Registraturzimmer im Erdgeschoß des Pfarrhauses in Neuhausen an der Erms aufgestellt. Die Akten und Rechnungen sind auf einen Leichtmetallschrank und einen älteren Holzschrank aufgeteilt, die in einem genügend trockenen Raum im Untergeschoß des Pfarrhauses stehen. In einem weiteren älteren Holzschrank ebendort befinden sich Zeitschriften und die ältere Pfarrbibliothek. Das Pfarrarchiv Neuhausen-Glems ist - (wenn man von den Bänden absieht) - ein relativ kleines Archiv. Anscheinend wurden früher starke Aktenkassationen vorgenommen, so dass erhebliche Verluste historischer Quellen zur Kirchengeschichte und allgemeinen Ortsgeschichte der beiden Orte im mittleren Ermstal anzunehmen sind. Auch die Kirchenpflegrechnungen sind für Neuhausen nur noch ab 1915 erhalten, für Glems nur noch ab 1891. Die Akten enthalten verhältnismäßig wenig Archivalien des 19. Jahrhunderts, aus der Zeit vor 1800 sind sie bloß noch sporadisch vertreten. Das älteste original erhaltene Aktenstück betrifft die Kirchenrenovierung in Glems 1761, wie überhaupt aus Glems noch etwas mehr an früher Überlieferung erhalten ist (siehe z. B. A 94 und A 97). Dagegen ist bei den Kirchenbüchern ein Rückgang bis zur Zeit der Großen Kirchenordnung Herzog Christophs von Württemberg (1559) möglich, was wenigstens eine fruchtbare Familiengeschichtsforschung ermöglicht (siehe dazu: A 148). Aus der letzten Kriegs- und Nachkriegszeit stammen einige bemerkenswerte Zeitzeugnisse wie die Biographiensammlung der Gefallenen und Vermissten (A 87) und die Listen von Gefangenenlagern und Spenden (A 100). Eine interessante Quelle stellt auch das ortsgeschichtliche Manuskript des Weingärtners Gottlob Brodbeck dar (A 14).
Ulm, den 29. Oktober 1992 Dr. Karl Kempf, Sprengelarchivar |