Geschichte der Hochschule für Kirchenmusik Esslingen: Am 5. November 1945 wurde die Kirchenmusikschule Esslingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gegründet. Vorgängerinstitute waren die „Kirchliche Orgelschule, die in der Stuttgarter Leonhardskirche untergebracht war, und ihre Vorläufer, die Orgelschule im Konservatorium bzw. die „Orgelschule für Lehrer in Stuttgart. In den ersten Jahren war die Kirchenmusikschule Esslingen in den Räumen des Evangelischen Gemeindehauses am Blarerplatz und in Sakristeien verschiedener Esslinger Kirchen untergebracht. Von Anfang an konnten A- und B- Prüfungen, bis 1983 auch C-Prüfungen abgelegt werden. 1958 fand der Umzug in das Gebäude Mülberger Straße 17 (später umbenannt in 37) statt, 1970 wurde der Komplex erweitert um die Neue Aula, das Wohnheim, die Direktorenwohnung und die Mitarbeiterwohnung. 1989 konnte die Kirchenmusikschule zur Hochschule für Kirchenmusik erhoben werden. 1998 fand der Umzug nach Tübingen statt in das „Schwabenhaus, Gartenstraße 12. Die Hochschule kooperiert seitdem mit der Katholischen Hochschule für Kirchenmusik in Rottenburg /N. Die Kirchenmusikschule wurde maßgeblich geprägt von ihrem ersten Direktor Hans-Arnold Metzger (1945-1977). Danach folgten im Amt des Direktors Werner Schrade (1977-1989) und Gero Soergel (1990-1998).
Bestandsgeschichte: Der Bestand wurde am 11. Oktober 2016 von der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen dem Landeskirchlichen Archiv übergeben (Zugang 2016-11) zusammen mit weiteren in der Hochschule gelagerten Beständen, u.a. mit den Nachlässen von Hans Arnold Metzger, Walter Supper , Mathäus Koch, Erich Margenburg, Emil Kübler und dem Archiv der Orgelbaufirma Österle. Der Hochschulbestand umfasste vor der Erschließung ca. 15 lfd m, die Unterlagen befanden sich zum Teil in Leitz-Ordnern, zum Teil in Schachteln oder in Hängeregistermappen.
Bestandsbeschreibung: Der Bestand wurde von Mai 2024 bis August 2025 von Martin Frieß (Dipl. Archivar (FH) und Dipl. Kirchenmusiker (B) verzeichnet. Im Oktober 2025 kam aus dem Nachlass von Hans Arnold Metzger noch eine Mappe mit den verschiedensten Dokumenten aus seiner Rektorentätigkeit (Aufschrift: „KMS Vorstand 1.10.72 - 28.2.74, Umfang ca. 3,5 cm) dazu. Der Bestand umfasste nach der Verzeichnung ca. 5,90 lfd m. Im Zuge der Klassifizierung wurden drei Registraturschichten gebildet: - erste Schicht (1945-1950). Aufbau der Kirchenmusikschule unter schwierigen Bedingungen (zugleich unmittelbare Nachkriegszeit). Auf Kassationen wurde weitgehend verzichtet. - zweite Schicht (1951-1976). Ausbau der Kirchenmusikschule unter Hans Arnold Metzger; Anwachsen des Lehrkörpers und der Studierendenzahlen - dritte Schicht (1977-1998): Professionalisierung des Studienbetriebs, u.a. mit Erhebung zur Hochschule 1989, unter den Direktoren Schrade und Soergel Der Bestand wurde innerhalb der drei Schichten jeweils gleichbleibend gegliedert/klassifiziert mit folgenden Kategorien: C-Prüfungen Lehrbetrieb Verwaltung Räumlichkeiten Weiteres
Die Serie der C-Prüfungen von 1946-1983 bildete einen Teilbestand, mit dessen Erschließung die Verzeichnungsarbeit begonnen wurde. Die C-Prüfungen konnten sowohl an der Kirchenmusikschule selbst als auch außerhalb abgelegt werden, jeweils mit Mitwirkung des Direktors und anderer ausbildender Kirchenmusiker. Im Zeitraum von 1946 bis 1949 wurde jede C-Prüfung als einzelne Verzeichnungseinheit (VE) erfasst mit Namensnennung der Prüflinge. Ab 1950 wurden jeweils die C-Prüfungen eines Jahres zu einer VE zusammengefasst. Es gibt auch eine Gesamtliste sämtlicher C-Prüfungen von 1946 bis 1983 (einschließlich Digitalisat, VE Nr. 66). Über das erste Jahrzehnt der Kirchenmusikschule geben die beiden handschriftlich verfassten Tagebücher (lfd. Nr. 291 und 292) maßgeblich Auskunft. Darin werden die wichtigsten Ereignisse der Ausbildungsstätte chronologisch aufgezählt. Sie sind über eine Nummer mit Beilagen verzahnt, die als eigene Verzeichnungseinheiten einzeln oder zu mehreren zusammengefasst verzeichnet wurden. Die Singfahrten des Chors sind für die Jahre 1951 bis 1954 im Enthält-Vermerk der betreffenden VE wiedergegeben. Ab 1955 wurde für jede Singfahrt eine eigene Verzeichnungseinheit gebildet; ausländische Reiseziele wurden angegeben. Chorauftritte bei besonderen Ereignissen wurden ausgeworfen (z.B. Einsetzung von Bischöfen, Trauerfeier für Bundespräsident Theodor Heuß etc.). Ebenso ausgeworfen wurden besondere kirchenmusikalische Veranstaltungen (z.B. Esslinger Kirchenmusiktage, Gedenkgottesdienste, Gottesdienste zur Amtseinführung etc.). Plakate: Die Plakate von Chorkonzerten der Singfahrten der Jahrgänge 1960, 1962, 1963 und 1975 wurden einzeln verzeichnet. Ansonsten wurden sie bei der jeweiligen Singfahrt als Darin-Vermerk ausgeworfen. Zeitungsberichte: Konzertkritiken von Chorkonzerten wurden bei den den Chor und die Singfahrten und kirchenmusikalische Veranstaltungen betreffenden VE nicht ausgeworfen. Zeitungsberichte zur Kirchenmusikschule/Hochschule für Kirchenmusik als solche wurden ausgeworfen. Allgemeine Berichte über die Kirchenmusikschule/Hochschule für Kirchenmusik finden sich entweder in den VE „Leitung oder in den VE „Haushalt und Finanzen (dort jeweils im Vorwort zum Jahresplan) oder in den VE zu einzelnen Jubiläen der Kirchenmusikschule/Hochschule für Kirchenmusik. Kassiert wurden Duplikate, Registerblätter, Krankenkassen-Nachweise, Krankmeldungen einzelner Dozenten, Festsetzung von Prüfungsterminen von einzelnen Studenten, Rundschreiben des Oberkirchenrats, einzelne Rechnungen, Routinevorgänge und Belangloses. Die Vorlesungsverzeichnisse wurden sofern vorhanden abgegeben an die Hochschule für Kirchenmusik Tübingen zur Ergänzung des dort bereits vorhandenen Bestands.
Digitalisierung von Fotos: Die wenigen im Bestand enthaltenen Fotos wurden digitalisiert; im jeweiligen Datensatz zu einer VE wurde dies angegeben.
Literatur/Tonträger: Kirchenmusik als Erbe und Auftrag. Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Hochschule für Kirchenmusik Esslingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Stuttgart 1995 1945-2015. Festschrift „70 Jahre Hochschule für Kirchenmusik Tübingen, hg. von der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen, Tübingen 2015 Zahlreiche Aufnahmen des Chors der Kirchenmusikschule im Archiv des SWR (ehemals SDR) CD ??? zur Einführung des Evangelischen Gesangbuchs (EG) 1996 |