===== Geschichte der Festung =====
Der Name Asperg wird erstmals 819 in der Überlieferung genannt. Damals stellte ein Graf Gozbert "in villa cognominata Assesberg" eine Schenkungsurkunde für das Kloster Weißenburg im Elsass aus. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhundert ließen die Grafen von Ingersheim auf dem Hohenasperg eine feste Wehrburg errichten. 1308 ergingen "Burg und Stadt" von den Grafen von Asperg, einer besonderen Linie der Tübinger Pfalzgrafen, an Württemberg. Nach seiner Rückkehr ließ Herzog Ulrich 1535 die Feste bis auf die Grundmauern abbrechen und die auf dem Berg angesiedelte Bevölkerung ins Tal umsiedeln (Unterasperg). Es entstand eine nach modernsten kriegstechnischen Erkenntnissen konzipierte Festungsanlage. Nach dem Dreißigjährigen Krieg konnte der Hohenasperg nicht mehr an seine vorherige militärische Bedeutung anknüpfen, da u.a. der Plan einer festungsbaulichen Modernisierung nach dem unerwarteten Tod von Herzog Carl Alexander 1737 aufgegeben worden war. Der Hohenasperg wurde im 18. Jahrhundert als Garnisonsstandort und Staatsgefängnis genutzt. Die Garnison war dem Königlichen Kriegsministerium, die Festungsstrafanstalt dem Justizministerium unterstellt. 1883 wurde die Garnison aufgelöst. Der Dichter, Musiker und Publizist Christian Friedrich Daniel Schubart verbrachte hier in einem viereckigen Turm ("Schubartturm") eine zehnjährige Festungshaft (1777-1787). In der ehemaligen Strafanstalt konnten 64 Gefangene untergebracht werden. Für den Bedarfsfall war eine Doppelbelegung möglich. 1848-1852 waren durchschnittlich 119 Gefangene inhaftiert. Die 236 m lange, aus vier Stockwerken bestehende Kaserne am Eingang des Festhofes ermöglichte die Stationierung einer etwa 500 Mann starken Truppe.
===== Geschichte der Garnisonspfarrei =====
819 wurden auf dem Asperg eine Martins- und eine Michaelskirche genannt, 1181 wurde nur noch eine Kirche erwähnt. In der frühen Neuzeit war die Festung eine Filiale von Unterasperg. Seit 1721 ist eine Garnisonspfarrei unter württembergischem Patronat belegt. Auf dem Hohenasperg befand sich keine Garnisonskirche, sondern nur ein Betsaal im Kommandantenbau, der 1827 von der Kriegskasse unterhalten wurde. Da es keinen Kirchenheiligen gab, wurden Ausgaben für kirchliche Zwecke auch aus der Kriegskasse bestritten. Der Garnisonsprediger wurde von der Geistlichen Verwaltung Markgröningen besoldet und von der Spezialsuperintendenz Ludwigsburg visitiert. 1798 zählten zur Garnisonspfarrei 96 Seelen. Zur Garnisonspfarrei gehörte eine deutsche Elementarschule. Die Seelsorgeaufgaben des Pfarrers erstreckten sich auch auf die Sträflinge. 1817 wurde auch eine katholische Pfarrei auf dem Hohenasperg eingerichtet. Mit der Neuorganisation des Militärkirchenwesens wurde in Württemberg im Jahre 1806 das Amt des Feldpropstes geschaffen. Der Feldpropst führte die Aufsicht über die Militärgeistlichen im Frieden und Krieg, sowie über diejenigen Zivilgeistlichen aus, welche eine Garnison betreuten. Die Garnisonspfarrei Hohenasperg zählte bis zur Auflösung der Garnisonsgemeinde 1883 (siehe Bestell-Nr. 11) zum Stuttgarter Feldpropsteisprengel. Nach der Auflösung wurde die gesamte Registratur der Garnisonspfarrei Ludwigsburg übergeben.
===== Garnisonsprediger =====
1721-1735. Klemm, Friedrich Reinhard 1735-1740. Breyer, Ludwig Friedrich 1740-1742. Pregizer, Johannes 1742-1747. Flattich, Johann Friedrich 1747-1751. Faber, Christoph Friedrich 1751-1758. Fulda, Friedrich Carl 1758-1759. Dunz, Carl Philipp 1759-1760. Schmid, Jakob Friedrich 1760-1768. Glanz, Wilhelm Christoph 1768-1777. Faber, Georg Friedrich 1777-1782, Conrad Friedrich 1782-1791. Henninger, Johann Peter 1791-1797. Glanz, Philipp Johann Christoph 1797-1803. Harpprecht, Carl Christian Heinrich 1803-1808. Kerner, Ernst Ludwig Friedrich "Louis" 1808-1811. Göz, Carl Gottlieb 1811-1816. Rüdiger, Carl August 1816-1820. Günzler, Amandus Carl 1820-1824. Rooschüz, Johann Wilhelm Ludwig 1825-1829. Glück, Johann Ludwig Friedrich 1830-1833, Theodor Christian 1833-1834, Eduard 1835-1842, Ludwig Christian 1843-1853, Wilhelm August Heinrich 1853-1860ärtner, Heinrich Gustav 1861-1873, Ernst 1873-1880, German Friedrich
===== Bestandsgeschichte =====
Zusammen mit dem Bestand des Pfarramtes Ludwigsburg Garnison wurde der Bestand Garnisonspfarramt Hohenasperg im November 2001 von der Friedenskirchengemeinde Ludwigsburg dem Landeskirchlichen Archiv übergeben. Die Archivalien wurden von Alexandra Lutz vorgeordnet und von Bertram Fink verzeichnet. Der Bestand umfasst 29 Bestellnummern in vier Archivschatullen (ca. 40 cm, ohne Kirchenbücher). Weitere Quellen zur Garnisonspfarrei Hohenasperg befinden sich in den Beständen des LKA, A 29 Ortsakten Bd. 2087-2091 und AP 3 Feldpropstei, sowie im Bestand des Hauptstaatsarchivs Stuttgart M 22 Evangelische Feldpropstei mit Garnisonspfarreien Stuttgart und Cannstatt, 1868-1920. |