=========== Biogramm ============
*Otto Hermann Haug wurde am 25. Juli 1902 als Sohn von Pfarrer Karl Haug und seiner Frau Anna geb. Haspel in Gschwend geboren. Er besuchte das Realgymnasium Hall und ab 1917 die Seminare in Maulbronn und Blaubeuren und studierte von 1921 bis 1924 als Stipendiat des Evangelischen Stifts in Tübingen Theologie. 1924 legte er die Erste theologische Dienstprüfung ab. Haug wurde am 29.03.1925 in Michelbach a.B. ordniert und absolvierte nach seinem Vikariat in Großerlach, Oppenweiler, Großaspach, Hengstfeld und Backnang 1928 die Zweite theologische Dienstprüfung. Von 1929 bis 1940 war er Gemeindepfarrer in Gnadental, ab 1940 bis zu seiner Zurruhesetzung am 1. Aug. 1967 in Hohenacker. Otto Haug starb am 11. Oktober 1985 in Schwäbisch Hall; er wurde auf dem Friedhof Steinbach begraben. Er hat am 08.10.1929 Gertrud Rehm (* Stuttgart 13.06.1907, + Schwäbisch Hall 09.07.1992), Schwester von Pfarrer Wilhelm R. (1900-1948), Simmersfeld, dem späteren führenden Mitglied der Gruppierung Berliner Deutsche Christen (Reformatorische Reichskirche), geheiratet. Fünf Kinder (4 T., 1 S.) gingen aus dieser Ehe hervor. Bem.: Im Spätsommer 1922 Ferienarbeiter als Schlepper in der Grube Maria, Mariadorf (Eschweiler Bergwerks-Verein). Mitglied der DC. 1934 kommissarisch an der Johanneskirche Stuttgart für Pfarrer den von den DC gehinderten Pfarrer Theodor Schauffler eingesetzt. Nach dessen Wiederbestätigungdurch Landesbischof Wurm fiel Haug am Reformationsfest 1934 "in der vollen Johanneskirche unangenehm auf, weil er dies nicht akjzeptieren wollte" (König, 69). Wandte sich in den folgenden Jahren von den DC ab. Kriegsteilnehmer. 12.-30.05.1945 zusammen mit Helmut Gollwitzer in russischer Gefangenschaft in Tabor; anschl. in Güterwagen über Rumänien nach Jaroslavl, von wo er im August 1946 heimkehrte. Lebte als Ruheständler in Schwäbisch Hall. 1969-1984 Mitglied des Ausschusses des Vereins für württembergische Kirchengeschichte. Verfasser des Pfarrerbuchs Württembergisch Franken. U. a. für diese Tätigkeit wurde ihm 1981 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
========== Bestandsgeschichte und -beschreibung ===========
Die erste Übergabe bestand aus Korrespondenz v.a. zu genealogischen und kirchengeschichtlichen Fragen und zur Erarbeitung des Pfarrerbuchs. Sie wurde 2011 von Daniel Schuler verzeichnet (Nrn. 1-8). Am 12.02.2026 Übergabe weiterer Unterlagen: Pfarrerkalender (1926/1933/1938 sowie 1947-1964); Zeugnisse, Urkunden; Schul- und Studienunterlagen; Zeitungsausschnitte; Unterlagen aus Kriegsteilnahme und Gefangenschaft; zum Kommunismus und Bolschewismus, zur "Kommunistenhetze" (1933); Pfarrkonvent; priv. und dienstl. Korrespondenz; familienhistorische Unterlagen. Sie wurden von Heinrich Löber bearbeitet.
========= Quellen und Literatur ================
- EABW, A 327, Nr. 23 (Personalakte).
- Gollwitzer, Helmut: ... und führen, wohin du nicht willst. Bericht einer Gefangenschaft. München 9. Aufl. 1954, S. 2428. - Haug, Otto, und Rößner, Franka: Mit brennendem Herz für Kreuz und Hakenkreuz. Wilhelm Rehm - ein Deutscher Christ. In: BWKG 115 (2015), S. 71-116; - Haug, Otto Ahnenforschung Familie Haug. Hg. v. Eckard Roeckner. Norderstedt 2014; - Haug, Otto: Weitere Straßburger Ahnen. In: Südwestdt. Blätter für Familien- und Wappenkunde (1980), S. 326-328; - König, Hans: Otto Haug. Er erhielt für sein Pfarrerbuch das Bundesverdienstkreuz. In: Literarische Vielfalt. Gschwender Autoren. 26 Lebensbilder (= Unterm Stein; 4). Schwäbisch Gmünd 2005, S. 68-71; - Pfarrerbuch Württembergisch Franken. Bd. 2, Teil 2: Die Kirchen- und Schuldiener, bearb. v. Otto Haug unter Mitarbeit von Max-Adolf Cramer und Marlene Holtzmann, Stuttgart 1981.
Heinrich Löber, März 2026 |