===== 1. Biogramm =====
Gerhard Heinz Laiblin (* 5. Dezember 1901 in Schwenningen, + 20. März 1973 in Bietigheim) war Vikar in Welzheim, Herrenalb, sowie Vikar und Katechet in Böblingen und Pfarrer der Gemeinden Neuenstadt am Kocher, Rudersberg und an der Friedenskirche in Ludwigsburg. Seine Eltern waren Karl Gottlieb Eduard Laiblin kaufmännischer Direktor und Maria Laiblin, geb. Ostertag. Im Jahre 1925 legte er seine erste, im Jahre 1928 seine zweite Dienstprüfung ab. Während seiner Studienzeit war Laiblin Kreiswart der Deutschen Christlichen Studentenvereinigung in Tübingen, 1926/1927. Laiblin studiert Thelogie in Tübingen und an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität.
In hartem Konflikt mit dem NS-Staat geriet der überzeugte Pazifist während seiner Zeit als Pfarrer in der Gemeinde Rudersberg. Dies hatte zur Folge, dass ihm nicht nur eine Untersuchungsverfahren auf Grund von Hetze gegen die NSDAP angehängt wurde, sondern auch sämtliche Gottesdienste Laiblins unter Überwachung standen. Auch ermittelte die Gestapo gegen ihn; Grund hierbei das Vorlesen eines Briefes eines verhafteten Amtskollegen. Sollte dieses auch ohne weitere Folgen bleiben, stellte sich die Konsequenz aus Laiblins Verweigerung des Gelöbnises auf Hitler folgeschwerer heraus: Laiblin durfte seine Tätigkeit in der Ausübung des Religionsunterrichtes nicht mehr nach gehen, weswegen er sich in der Bewegung sah, einen außerschulischen Religionsunterricht zu organisieren. Bereits im Vorfeld im Zeitraum vor 1933 zeigten sich erste Anzeichen dieser für Laiblin schwierigen Phase: Noch als Laiblin Stadtpfarrer in Neuenstadt tätig war, erhielt er, auf Grund seiner Predigten und deren Inhalten, Beschwerden und Klagen der Nazionalsozialistischen Partei, wovon ein paar Dokumente in Laiblins Personalakte zeugen. Über die Genauigkeit der Hintergründe zu Laiblins Haltung und seinem Pazifismus herrscht Ungewissheit. Dass aber der Zusammenhang zum Teil auch im Schicksal seines Bruders zu sehen ist, geht aus einem Schreiben des Vaters hervor.
Verheiratet war Laiblin mit Ruth Laiblin, geborene Wohlfahrt (* 19. Dezember 1902 in Erfurt, + 12. Oktober 1990 in Ludwigsburg ). Aus der Ehe gingen vier Töchter hervor.
===== 2. Bestandsgeschichte und -beschreibung =====
Übernahme am 21.04.2005 (Zugang 2005-5). Predigten des Pfarrers Gerhard Laiblin (1901-1973) aus seiner gesamten Dienstzeit, nach Bibelstellen geordnet. Sie liegen teilw. hand- und teilw. maschinenschriftlich vor.
===== 3. Quellen und Literatur =====
- EABW, A 227, Personalakte - Sönke Lorenz u.a.: Rudersberg. Sigmaringen 1995 - Das Evangelische Württemberg, 2. Haupteil: Generalmagisterbuch; Christian Sigel
David Berthele, 12.02.2026 |